Eurecat ontwikkelt een digitale tweeling met AI om de productie van probiotica te verbeteren

Eurecat beteiligt sich gemeinsam mit EMLIFE Biotics und Connecthink an der Entwicklung von PROBIO-AI, einem europäischen Projekt, das künstliche Intelligenz und einen kognitiven digitalen Zwilling nutzt, um das operative Wissen einer Produktionsstätte für flüssige Probiotika zu digitalisieren. Ziel ist es, Protokolle, Daten und Erfahrungswissen der Mitarbeitenden in eine Wissens-Infrastruktur zu überführen, die Produktivität, Rückverfolgbarkeit und Entscheidungsfindung verbessert – ohne menschliches Urteil zu ersetzen.

Die wichtigsten Punkte von PROBIO-AI in 20 Sekunden

  • Das Projekt entwickelt einen kognitiven digitalen Zwilling zur Unterstützung der Herstellung von Probiotika.
  • Es basiert auf erklärbarer künstlicher Intelligenz und einer wissensbasierten Infrastruktur, die auf operativen Daten aufbaut.
  • Es soll die Zeit zur Informationssuche um bis zu 60 % reduzieren und die Produktivität um 30 % bis 40 % steigern.
  • Gefördert wird es im Rahmen von Horizon Europe im Programm WASABI, um KI in der Fertigungsindustrie voranzutreiben.

Das Projekt angesichts eines der häufigsten Herausforderungen in der Biotech-Industrie: Ein großer Teil des kritischen Wissens ist noch immer in verstreuten Dokumenten und der Erfahrung der Mitarbeitenden verborgen. PROBIO-AI zielt darauf ab, diese Informationsquellen in ein strukturiertes digitales System umzuwandeln, das Mitarbeitende bei Produktions- und Labortätigkeiten unterstützt.

Ein digitaler Zwilling, der das Fabrikwissen organisiert

Im Gegensatz zu herkömmlichen digitalen Zwillingen, die sich vor allem auf die Abbildung des Verhaltens von Maschinen oder Prozessen konzentrieren, integriert PROBIO-AI eine Schicht erklärbarer KI, die Protokolle, operative Daten und Expertenwissen in eine wiederverwendbare Wissensbasis umwandelt.

Die Lösung basiert auf GenInContext, dem von Connecthink entwickelten Framework für Kontextengineering und Wissensmanagement, mit dem eine Infrastruktur geschaffen wird, in der Informationen abgefragt, verknüpft und genutzt werden können, um Mitarbeitende in verschiedenen Produktionsphasen zu unterstützen.

Laut Projektbeteiligten wird das System die Mitarbeitenden beispielsweise bei mikrobiologischen und physikochemischen Tests anleiten, die Rückverfolgbarkeit verbessern und die Einhaltung der Lebensmittelsicherheitsstandards erleichtern.

Ein zentrales Merkmal ist, dass die KI als Unterstützungssystem konzipiert ist. Eurecat hebt hervor, dass die Endentscheidung stets bei den Menschen liegt, in einem Governance-Modell, das einen ethischen und transparenten Einsatz der KI sicherstellt.

Mehr Produktivität und schnellere Schulung für neue Mitarbeitende

Die Umsetzung von PROBIO-AI verfolgt mehrere operative Ziele. Dazu zählen die Reduktion der Zeit zur Beschaffung technischer Informationen um bis zu 60 %, eine Steigerung der Produktivität um 30 % bis 40 % sowie eine Rückverfolgbarkeit von 95 % im Herstellungsprozess der Probiotika.

Neben den Produktionssteigerungen soll das System auch die Einarbeitung neuer Mitarbeitender erleichtern. Durch digitalisierte Protokolle und Schritt-für-Schritt-Unterstützung hofft das Unternehmen, die Lernkurve zu verkürzen und die Mitarbeiterschulung zu beschleunigen – unabhängig von reiner mündlicher Weitergabe des Wissens.

Das Projekt fördert zudem die interne Mobilität der Mitarbeitenden, sodass Mitarbeitende aus Bereichen wie Logistik und Abfüllung durch die Wissens-Infrastruktur Produktionsaufgaben übernehmen können.

Ein Modell, das auf andere Branchen übertragen werden könnte

Obwohl PROBIO-AI zunächst für die Produktion flüssiger Probiotika entwickelt wird, ist Eurecat überzeugt, dass das Modell auch in anderen Sektoren mit komplexen Prozessen und hohem Wissensbedarf Anwendung finden kann.

Mögliche Einsatzgebiete umfassen die Lebensmittelindustrie, Biotechnologie, Kosmetik, Pharmazeutik sowie die fortgeschrittene Fertigung, vor allem Organisationen, bei denen Rückverfolgbarkeit und Wissensmanagement kritische Faktoren darstellen.

Das Projekt verfügt über ein Budget von über 200.000 Euro und ist eines der zwölf ausgewählten Experimente im Rahmen der zweiten offenen Ausschreibung des europäischen Programms WASABI, gefördert von Horizon Europe. Ziel ist die Förderung KI-basierter Lösungen für den Fertigungssektor.

Im Konsortium entwickeln Connecthink die technologische Architektur und erklärbare KI-Komponenten, EMLIFE Biotics wird die industrielle Lösung implementieren, und Eurecat ist für die Validierung der Erfolgskennzahlen sowie die Führung der ethischen Governance der KI zuständig.

Häufig gestellte Fragen

Was ist PROBIO-AI?

Ein europäisches Projekt, das einen kognitiven digitalen Zwilling mit künstlicher Intelligenz entwickelt, um Mitarbeitende bei der Herstellung flüssiger Probiotika zu unterstützen.

Welche Verbesserungen soll erreicht werden?

Ziel ist es, die Zeit für den Zugriff auf operative Informationen um bis zu 60 % zu verringern, die Produktivität um 30 % bis 40 % zu steigern und die Rückverfolgbarkeit auf 95 % zu verbessern.

Wird die KI die Mitarbeitenden ersetzen?

Nein. Eurecat betont, dass das System als Unterstützungstool konzipiert ist und die endgültige Entscheidung weiterhin bei den Menschen liegt.

Kann das Modell in anderen Branchen angewendet werden?

Ja. Das Konsortium ist überzeugt, dass die entwickelten Infrastrukturen an Branchen wie Lebensmittel, Pharmazie, Kosmetik, Biotechnologie und advanced manufacturing angepasst werden können.

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